Mit der Macht auf Sympathiefang

Die Kantonspolizei Bern hat geschafft, wovon Kommunikationsberater und Marketingabteilungen oftmals nur träumen können. Ein Video geht viral.

Zuerst mal zum Offensichtlichen. Der Film der Kapo Bern ist technisch einwandfrei produziert und jeder Science Fiction Fan hat an den zahlreichen gut platzierten Gags seine Freude. Die Kapo nimmt sich im Video selber etwas auf die Schippe und das Timing ist mit der Weihnachtszeit und der Vorfreude Vieler auf den neuen Star Wars Streifen perfekt getroffen. Die Aktion ist gelungen!

Auch wenn Stormtroopers-Funksprüche bei jedem Fan eine Dopaminwelle auslösen und Schweizer sich gerne über den Akzent ihrer Landsmänner lustig machen, lohnt sich ein Blick auf die Aktion aus Sicht der Unternehmenskommunikation.

Mit der Macht auf Sympathiefang

Die wichtigste Anspruchsgruppe (Stakeholder) der Polizei ist die «Öffentlichkeit», welche aufgrund ihrer Heterogenität schwer fassbar ist. Demensprechend schwierig ist es hier ein klar formuliertes Bedürfnis festzumachen und entsprechend zu kommunizieren. Ein Klassifizierungsfaktor kann hier die Delinquenz sein, welche sich, beim durchschnittlichen Schweizer Bürger meist im Bereich geringfügiger Verkehrsdelikte bewegt. Hier ist auch der – oft negativ geprägte – Berührungspunkt Vieler, denn wer freut sich schon über eine Busse?

Befragungen bei diversen Polizeikorps stellen fest, dass die Ansprüche der Öffentlichkeit an die Polizei in jüngster Vergangenheit gestiegen sind. Von der Polizei wird eine rasche Intervention bei geringfügigen Problemen verlangt. Die Öffentlichkeit erwartet die Gewährleistung der – oftmals subjektiven – Sicherheit und fordert Präsenz und Durchgreifen der sichtbaren gesellschaftlichen Missstände. Die Dienstleistungsorientierung wird vorausgesetzt und gegenüber scheinbarem Fehlverhalten der Polizei ist eine Nulltoleranz feststellbar. Dementsprechend tief ist auch das Verständnis für Bussen für vermeintliche Kavaliersdelikte.

Der Film der Kapo richtet sich also nicht an intergalaktische Kokainhändler, rasende Falken oder randalierende Druiden sondern an den ganz normalen Bürger, welchen die Polizei mit dem Star Wars Video daran erinnert, dass sie auch nur ihren Job machen. Schlussendlich zeigt die Polizei aber auch auf, dass sie auch in Ausnahmefällen konsequent reagieren muss, aber jede Situation deeskalierend meistern kann.

Bereit für den nächsten Schritt?